Grubenlok

Allgemeine Geschichte und Bauart

Die EL 2 wurde von 1952 bis 1988 im Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ (LEW) in Hennigsdorf produziert. Insgesamt entstanden 1.384 Exemplare dieser Baureihe, was sie zu einem der erfolgreichsten Industrielok-Typen der DDR machte. Wegen ihres hohen Gewichts von 100 Tonnen war sie auch als „100-Tonnen-Lok“ bekannt.

Die Lokomotiven wurden für den Gleichstrombetrieb mit einer Spannung von 1.200 Volt ausgelegt. Sie zeichneten sich durch ihre robuste und einfache Konstruktion aus, was sie besonders widerstandsfähig gegen die rauen Bedingungen im Tagebau machte.

Besonderheiten für den Tagebau

Die EL 2 war speziell auf die Anforderungen im Braunkohletagebau zugeschnitten. Typisch war die doppelte Ausrüstung mit Stromabnehmern, die sowohl die Fahrt unter der festen Oberleitung als auch in den Gleisen mit seitlicher Fahrleitung (in rückbaren Gleisen) ermöglichte. Um auch bei Nässe oder Glätte die nötige Reibung für schwere Lastzüge zu haben, waren die Achsen mit Sandstreueinrichtungen ausgestattet.

Auch wenn moderne, umgebaute Versionen (EL2m) teilweise noch heute im Lausitzer Revier unterwegs sind, sind originalgetreue Exemplare der EL 2 in Deutschland heute selten. Geschätzt gibt es nur noch drei betriebsfähige Loks im Originalzustan

Frühere Lokomotiven: Bereits 1922 wurden in der Grube Elise II im Geiseltal erste schwere 150-Tonnen-E-Loks in Betrieb genommen, damals noch von AEG und Siemens.

Modernisierungswelle: Die EL 2 löste ab den 1970er Jahren ältere Modelle in vielen Tagebauen ab. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sie auch im Geiseltal zum Einsatz kam, da sie das Standardmodell für die Braunkohleindustrie war und in den mitteldeutschen Revieren prägend wurde.

Ende der Ära: Die Kohleförderung im Geiseltal endete mit dem letzten Kohlezug am 30. Juni 1993, womit auch der Bedarf für schwere Grubenloks dort wegfielen.

Technische Daten

Merkmal Technische Daten
Hersteller LEW "Hans Beimler", Hennigsdorf
Achsformel Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle)
Dienstmasse 100 t
Achslast 25 t
Länge über Puffer 13.700 mm
Höchstgeschwindigkeit 65 km/h
Dauerleistung 1.120 kW (teilweise bis 1.160 kW)
Stromsystem 1.200 V Gleichstrom

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