Brikettierpresse

Eine Brikettierpresse aus der DDR ist eine schwere Industriemaschine, die in der Braunkohleveredlung eingesetzt wurde, um Kohlestaub unter hohem Druck zu den bekannten länglichen Briketts für die Haushalte zu pressen .

Diese Pressen waren das Herzstück der Brikettfabriken in den ostdeutschen Revieren (Lausitz und Mitteldeutschland) und ein Symbol für die energiepolitische Strategie der DDR, möglichst unabhängig von Rohstoffimporten zu sein . Deshalb wurde die Braunkohle in großen Mengen vor Ort veredelt.

Technik und Funktion

Die Brikettpresse funktionierte nach dem Prinzip des Strangpressens mit einem Kolben :

  • Die Presse selbst: Eine massive Maschine aus Stahl mit einem großen, schweren Schwungrad. Eine bekannte Bauart war die sogenannte Doppel-Zwillingspresse, die in vier parallelen „Strängen“ gleichzeitig Briketts produzierte .
  • Der Antrieb: Der Elektromotor trieb das Schwungrad an, das wiederum den Presskolben bewegte.
  • Der Prozess: Getrockneter und gemahlener Braunkohlestaub wurde in einen Presskanal geführt und vom Kolben mit einem Druck von teilweise über 1.200 bar verdichtet. Die Reibung im Kanal und die enorme Hitze formten den Staub zu einem festen Strang . Dieser Strang brach an Sollbruchstellen in die einzelnen, handlichen Briketts. Auf der Oberseite waren oft Herstellerzeichen oder das bekannte „Rekord“-Schriftzug geprägt

Beispiele aus der DDR-Industrie

Espenhain: Hier stand eine rund 100 Tonnen schwere Doppel-Zwillingspresse, die vermutlich zwischen 1937 und 1942 gebaut wurde. Sie wurde von der Maschinenfabrik Buckau R. Wolf A.G. in Magdeburg hergestellt und war bis zur Wende im Jahr 1990 im Einsatz . Heute ist sie ein technisches Denkmal .

Schwarze Pumpe: In diesem berühmten Kombinat standen drei Brikettfabriken, die zusammen jährlich zehn Millionen Tonnen Briketts produzierten. Die Fabriken galten aufgrund veralteter Technik als eine der größten „Dreckschleudern“ der DDR .

Knappenrode: Die Brikettfabrik Knappenrode war ebenfalls ein bedeutender Standort. Heute ist sie ein Museum, in dem ehemalige Arbeiter Besuchern die Arbeit an den Pressen erklären .

Hersteller: Neben Buckau R. Wolf gab es auch den VEB Zemag Zeitz, der als Hersteller von Brikettpressen in der DDR bekannt war

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